Sorgfalt beim Zahnriemenwechsel!

Wir kennen das Problem, und circa alle 80.000 Kilometer wiederholt sich die Prozedur: Der Steuerriemen unseres Fahrzeuges bedarf einer Erneuerung, und das sollte man ernst nehmen. Denn im Zweifelsfalle kann ein kapitaler Motorschaden die Folge sein, wenn dieses wichtige Teil nicht erneuert wird, Gleiches gilt bei Schlamperei.

Einige Punkte sind im Vorfeld zwingend zu beachten:

-Habe ich das Grundwissen für diese Arbeit, bezogen auf mein Fahrzeug?
-Wo bekomme ich Montageanweisungen oder Informationen?
-Verfüge ich über das nötige Werkzeug?
-Wann wird der Wagen wieder gebraucht, habe ich genug Zeit?

Für die Erneuerung eines Zahnriemens sollte man sich Zeit nehmen. Nach dem Auflegen des neuen Zahnriemens müssen die Markierungen am Nockenwellenrad und an der Schwungscheibe exakt passen, auch nach mehrmaligen Durchdrehen des Motors. Wir drehen an der Kurbelwelle mit dem Schraubenschlüssel, nicht an der Nockenwelle und schon gar nicht per Anlasser! Fühlen wir beim Drehen einen harten Widerstand, zurück drehen, den Zahnriemen wieder abnehmen und neu auflegen, dieses mal richtig.
Stimmen die Markierungen überein und alles ist fest und geprüft, darf gestartet werden. Na also, läuft doch!

Wie spanne ich den Riemen?

Grundsätzlich gilt, nicht zu fest, nicht zu lose. Der Zahnriemen sollte vertikal um 90° Grad mit der Hand zu verdrehen sein. Wir würgen nicht mit Schraubenzieher, Montierhebel oder Kuhfuß an Motorteilen herum sondern besorgen uns das nötige Werkzeug. In der Regel macht es Sinn, die Spannrolle gleich mit zu erneuern, denn oft gibt die wenig später den Geist auf, der Steuerriemen ribbelt sich auf, und der Spaß beginnt von Neuem. Wird der Zahnriemen mit der Wasserpumpe gespannt, sollte man auch diese erneuern. Kostet meist nicht viel, gelöst werden muß sie sowieso und oft erfüllt der Dichtring dann nicht mehr seinen Zweck.

Was gibt es sonst noch zu beachten?

Bei manchen Fahrzeugen sollte man als Hobbymechaniker die Finger lassen.
Fehler beim Zahnriemenwechsel können einen teuer zu stehen kommen. Von Pumpe-Düse-Motoren von Volkswagen lasse ich zum Beispiel die Finger. VW hat sich hier teilweise eines Besseren besonnen, und auf Steuerkette umgestellt.

Vorsicht bei laufendem Motor ohne Zahnriemenabdeckung, hier haben schon so einige ihre Finger verloren.
Grundsätzlich sind Reparaturleitfäden zu empfehlen, oder die schlauen Bücher aus dem Einzelhandel. Manchmal kann man die auch ganz günstig im Netz ersteigern.

Die Benötigten Teile und Werkzeuge kann man natürlich beim freundlichen, aber meist auch teuren Vertragspartner erwerben, günstiger geht es im Internet oder im Zubehör.

Aber Achtung:
Gerade bei so einem hoch beanspruchten Teil muß die Qualität passen. Wer zu billig kauft, kauft zweimal, ganz abgesehen von dem Ärger, den man sich einhandelt!

So, dann kann's ja losgehen. Wenn ein erfahrender Schrauber in der Nähe ist, kann man den ruhig noch mal kontrollieren lassen. Safety First!